Qualitative und quantitative Forschung

Promotionsprojekte

Methodische Grundlagen zur qualitativen und quantitativen Forschung in der Kunsttherapie werden im Studium vermittelt. Dabei steht die Frage der Wirksamkeit der Kunsttherapie in unterschiedlichen Bereichen im Zentrum.

Darüber hinaus gibt es mehrere Projekte, die im Rahmen von Promotionen durchgeführt werden. Weitere Forschungsprojekte mit internationalen Kooperationspartnern sind in Planung.

 

Uwe Herrmann, Kunsttherapeut MA, Künstler

Art Psychotherapy and Congenital Blindness
Kunsttherapie mit geburtsblinden Menschen, verfaßt am Goldsmiths College der Universität London
Betreuer: Dr. Andrea Gilroy, Dr. Linda Pring

PhD erfolgreich abgeschlossen im August 2011

 

 

 

 

Antje Peplow, Kunsttherapeutin (MA)

Betreuerin: Prof. Dr. K. Dannecker

Initialbilder in der Kunsttherapie 

Dem Anfang in der Kunsttherapie kommt ähnlich wie dem diagnostischen Erstinterview in der Psychotherapie oder dem Initialtraum in der Psychoanalyse eine hohe Bedeutung zu. Das erste, künstlerische Werk in der Initialphase einer Kunsttherapie bildet die Basis für diagnostische und prognostische Einschätzungen des Patienten, für kunsttherapeutische Zielstellungen und Interventionen. Im Rahmen dieser Promotion sollen über einen Zeitraum von einem Jahr fortlaufend alle initialen, künstlerischen Werke von Patienten auf einer allgemein­psychiatrischen und einer psychotherapeutisch-psychosomatischen Station im klinischen Setting gesammelt werden. Ziel ist es, die auf wenige Minuten bzw. Stunden verdichtete Komplexität der Initialphase zu beschreiben und die zentrale, diagnostische und prognostische Bedeutung des Initialbildes in der klinischen Kunsttherapie anhand einer empirisch-kasuistischen Studie zu untersuchen.

 

 

 

 

Stefanie Tappe, Kunsthistorikerin M.A., Kunsttherapeutin, Art Psychotherapy Diploma

Betreuerin: Prof. Dr. Karin Dannecker         

Sehen, Selbst und Wirklichkeit: Kunsttherapie mit psychisch gestörten Jugendlichen und jungen Erwachsenen  

Folgenden Fragen und Themen wird in dieser Dissertation nachgegangen: Hat die Omnipräsenz einer mediatisierten Lebenswelt und ihr gewollt anthropomorph spiegelnder Einfluss Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung junger Menschen? Führen Störungen, Einschränkungen oder Defekte innerhalb der Symbolbildung zu Beein­trächtigungen in der Symbolisierungsfähigkeit oder zu einem Verlust derselben und damit einhergehend zu Behinderung der Entwicklung eines gesunden, starken, differenzierten Selbst (und umgekehrt)? Welche Rolle spielt dabei das Sehen in der Kunsttherapie mit psychisch gestörten Jugendlichen und jungen Erwachsenen? Wie zeigt sich das Thema „Sehen“ im künstlerischen Prozess, in den künstlerischen Arbeiten, im Material – gibt es spezifische Symbolisierungen? 

Als Hauptziel der Dissertation sollen konkrete Momente der Gefährdungen des Sehens (z. B. Trauma) aufgezeigt und benannt werden. Durch eine stringente Analyse und Interpretation psychodynamisches Verstehen, werden kunsttherapeutische Behandlungsoptionen (In­terventionen) und Therapiekonzepte dargestellt. Ein zentrales Anliegen dabei ist, den Einfluss kultureller und zivilisatorischer Veränderungen, insbesondere die Veränderungen durch digitale Medien auf das Sehen Jugendlicher und junge Erwachsener, herauszustellen und zu untersuchen und die Erkenntnisse auf die Kunsttherapie zu übertragen.